IHK - Industrie- und Handelskammer Thurgau

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10.05.2012:
77 Abstimmungsvorlagen zusätzlich
Zwei Studien verweisen auf negative Auswirkungen der AUNS-Initiative. Die AUNS-Initiative «Staatsverträge vors Volk» ist rechtlich unklar formuliert. Zu diesem Schluss kommen zwei wissenschaftliche Studien, die economiesuisse in Auftrag gegeben hat. Die Studien zeigen zudem, dass nach Annahme der Initiative mit einer Abstimmungsflut zu rechnen ist. So wären seit Mitte 2003 bis zu neun zusätzliche Vorlagen pro Jahr angefallen. Eine Vielzahl von Vorlagen pro Abstimmungstermin beeinflusst die Informiertheit der Stimmenden negativ.
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Starker Franken bremst Aussenhandel

Der starke Franken sowie die eingetrübte Weltkonjunktur hinterliessen ihre Spuren auch im schweizerischen Aussenhandel. Zwar nahmen die Exporte im Jahr 2011 insgesamt um 2 % zu (Vorjahr: + 7 %), die Branchenmehrheit musste aber rückläufige Ausfuhren hinnehmen. Zugleich waren spürbare Preiskonzessionen erforderlich. Während die Nachfrage aus Asien florierte, stagnierte jene aus Europa. Die Importe verharrten auf dem Vorjahresstand. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen den Aus- und den Einfuhren liess den Überschuss in der Handelsbilanz auf einen neuen Rekordwert steigen.

Die Exporte nahmen im 2011 gemäss den Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung um 2,1 % auf 197,6 Mrd. Fr. zu (real: + 8,1 %). Damit blieben die Ausfuhren aber immer noch fast 9 Mrd. Fr. unter dem Rekordwert von 2008. Bezogen auf den vierteljährlichen Verlauf büsste das Wachstum von Quartal zu Quartal an Kraft ein bzw. rutschte im 3. Quartal gar leicht in die Minuszone. Immerhin konnte sich die Entwicklung im Schlussquartal wieder auffangen. Neben der sich abschwächenden globalen Konjunktur belastete vor allem der hohe Frankenkurs die Ausfuhrentwicklung. Die Exporteure mussten deswegen zum Teil erhebliche Preiskonzessionen zugestehen. Insgesamt sanken die Preise um 5,5 %. Das ist der höchste je registrierte Preisrückgang. Unter Ausschluss der Preisentwicklung in der Pharmasparte betrug der Abschlag 3,6 % (real: + 6,0 %).

Die Importe blieben mit 173,7 Mrd. Fr. nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, real nahmen sie um 1,9 % zu. Hier blieb das Ergebnis noch 13 Mrd. Fr. unter jenem im 2008. Die seit dem 2. Quartal 2010 registrierte Abschwächung des Importwachstums intensivierte sich im 2011, was letztlich drei Quartale nacheinander mit negativen Raten zur Folge hatte. Die Preise der Importwaren sanken um 2,0 %. Ohne die Pharmasparte fiel der Preisrückgang mit 2,1 % fast identisch aus (real: + 2,0 %).

Die Handelsbilanz wies mit 24 Mrd. Fr. einen neuen Rekordüberschuss auf. Gegenüber 2010 vergrösserte sich der Überschuss um mehr als 4 Mrd. Fr. bzw. 22 %.

Bezogen auf die einzelnen Industriezweige leistete die Chemische Industrie mit 37 Mrd. Fr. den grössten Beitrag am Aktivsaldo. Demgegenüber fielen die höchsten Defizite bei den Fahrzeugen (12 Mrd. Fr.) und Energieträgern (9 Mrd. Fr.) an.

Stagnation im Dezember
Im Dezember 2011 stagnierten die Exporte mit 15,6 Mrd. Fr. (real: - 1,6 %) und die Importe gingen um 5,3 % auf 13,6 Mrd. Fr. zurück (real: - 4,8 %). Allerdings zählte der diesjährige Dezember gleich 2 Arbeitstage weniger als der Vorjahresmonat. Bereinigt stiegen die Ausfuhren um 9,2 % (real: + 6,9 %) und die Einfuhren nahmen um 3,0 bzw. 3,5 % zu. Die Preise der Exportgüter erhöhten sich - erstmals im 2011 wieder - um 2,2 %, während jene der Importwaren minimal sanken. Ohne die Pharmasparte verteuerten sich die Ausfuhren um 1,7 % (real: - 1,2 %), während die Einfuhrpreise praktisch unverändert blieben (+ 0,2 %; real: - 5,5 %). Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 2,0 Mrd. Fr.

Die Uhrenindustrie konnte im Jahr 2011 die hohe Wachstumsdynamik des Vorjahres beinahe aufrecht halten. Mit deutlichem Abstand folgte die Metallindustrie, deren Exporte um 2 % stiegen. Hier wuchsen die Ausfuhren von Eisen und Stahl um 7 %, während jene von Metallwaren praktisch stagnierten. Bei der Maschinen- und Elektronikindustrie basierte das bescheidene Plus fast nur auf den Mehrverkäufen von Metallbearbeitungs- und Textilmaschinen. In den übrigen Sparten dominierten die Minuszeichen, so beispielsweise bei den Kraftmaschinen sowie den Maschinen für die Papier- und Grafische Industrie. Ähnlich einseitig war das Bild innerhalb der Nahrungs- und Genussmittelindustrie; hier wies der Bereich Kaffee eine 19-prozentige Steigerung auf, wogegen der Versand von Schokolade, Getränken und Käse zwischen 3 und 6 % sank. Mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. Fr. stieg die Kaffeesparte zudem zur grössten Subgruppe auf.

Die umsatzstärkste Branche, die Chemische Industrie (74,6 Mrd. Fr.), schrieb mit Ausnahme der Immunologischen Produkte (+ 4 %) in allen Segmenten rückläufige Exporte. Neben den Medikamenten und den Pharmazeutischen Wirkstoffen traf das Absatzminus namentlich auch die Farbkörper spürbar. Die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten (Medizinische Instrumente und Apparate: - 5 %) sowie jene der Kunststoff- und der Bekleidungsindustrie unterschritten das Vorjahresergebnis um 3 bzw. 4 %. Die Exporte der Textilindustrie bildeten sich um 7 % zurück, und jene der Papier- und Grafische Industrie brachen um einen Achtel ein.
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