IHK - Industrie- und Handelskammer Thurgau

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07.02.2012:
Carnet ATA: Neue Regelung bei Wiederausfuhr aus den USA
Das Sekretariat der International Chamber of Commerce, Paris, hat mitgeteilt, dass die Abfertigung der Wiederausfuhr aus den USA für Flugreisende aufgrund wiederholt auftretender Schwierigkeiten neu geregelt wurde.

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Verlagerung von Rübentransporten auf die Schiene

Die IHK Thurgau hat zum "Bericht zur Verlagerung von Rübentransporten auf die Schiene“ Stellung bezogen. Sie fordert die Prüfung von Alternativen.

1. Behinderung des Wirtschaftsverkehrs
Die Rübentransporte auf der Strasse mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen stellen eine be-deutende saisonale Belastung für das Thurgauer Strassennetz dar und behindern wäh-rend dieser Zeit auch den Wirtschaftsverkehr. Akut ist das Problem insbesondere auf der Ost- und Südachse von und nach Frauenfeld. Eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene oder auf schnellere Fahrzeuge ist deshalb grundsätzlich erwünscht.
Die Probleme mit den Rübentransporten betrachten wir im Übrigen als weiteren Beleg da-für, dass auf den Bau einer neuen Thurtalachse nicht verzichtet werden kann.

2. Aspekte der Wirtschaftlichkeit
Beim Entscheid über Investitionen in neue Transport- und Verladeinfrastrukturen müssen nach unserer Ansicht das wirtschaftliche Umfeld und die Wirtschaftlichkeit angemessen berücksichtigt werden. Die Zuckerwirtschaft steht vor grundlegenden Veränderungen. Die Schweizer Zuckerindustrie hängt stark von den Entwicklungen bei der World Trade Orga-nization (WTO) und der EU-Zuckermarktordnung ab. Während die WTO eine weitere Marktliberalisierung anstrebt, bringt die neue EU-Zuckermarktordnung massive Preissen-kungen und Quotenkürzungen. Die tieferen Preise gelten auch für die Schweiz. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich der Rübenanbau in der Schweiz unter den neuen Rahmenbe-dingungen rückläufig entwickeln wird. Dies insbesondere auch deshalb, weil die Preise anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach oben zeigen. Wir vertreten deshalb die Auf-fassung, dass zusätzliche finanzielle Belastungen für die Zuckerfabriken in dieser schwie-rigen Phase nicht in Frage kommen.
Bei den möglichen Massnahmen zur Verlagerung der Rübentransporte ist die Wirtschaft-lichkeit strikte zu beachten. Wir bezweifeln, dass der Transport zu einem Verladebahnhof mit Umlad im unmittelbaren geografischen Umfeld der Zuckerfabrik Frauenfeld (insbeson-dere neuer Verladebahnhof Müllheim-Wigoltingen) unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verantwortet werden kann. Im vorliegenden Bericht fehlen solche Wirtschaftlichkeitsbe-rechnungen leider völlig. Es handelt sich um einen wesentlichen Mangel des Berichtes.

3. Alternativen prüfen
Marktverzerrende Massnahmen des Staates tragen dazu bei, dass die Zuckerrüben mit Langsamfahrzeugen auf der Strasse transportiert werden. Für ungleiche Spiesse sorgen namentlich die teilweise Rückerstattung des Treibstoffzolls an die Landwirtschaft und die Befreiung der Landwirtschaftsfahrzeuge von der Leistungsabhängigen Schwerverkehrs-abgabe (LSVA). Nach unserer Ansicht muss als Alternative zum Schienentransport der Einsatz von Lastwagen geprüft werden, was zusätzlich den Vorteil eines umladefreien Transportes bietet. Der Staat, der die Marktverzerrungen verursacht, müsste dabei für gleich lange Spiesse bei den steuerlichen Rahmenbedingungen sorgen. Auch die Variante des Lastwagentransportes wird im Bericht nicht untersucht.

Wir sehen weiter folgende Optimierungsmöglichkeiten ohne zusätzliche Investitionen:
1. Optimierung der Verkehrsrouten für Rübentransporte unter einer verstärkten Nut-zung von Nebenstrassen.
2. Erhöhung des durchschnittlichen Gewichtes der einzelnen Fahrzeuge und damit ei-ne Reduktion der Zahl der Fahrten.
3. Zeitliche Ausdehnung der Rübentransporte auf die Samstage oder – falls die Ver-kehrssicherheit gewährleistet werden kann – auf die Nacht.

Insgesamt unterstützen wir die Absicht, den Verkehr auf dem Thurgauer Strassennetz mit der Reduktion von Rübentransporten durch Langsamfahrzeuge flüssiger zu machen. Wir sind aber der Meinung, dass als Alternative zum Schienentransport zumindest der umla-defreie Lastwagentransport ernsthaft geprüft werden muss.

 



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