IHK - Industrie- und Handelskammer Thurgau

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02.02.2012:
Starker Franken bremst Aussenhandel
Der starke Franken sowie die eingetrübte Weltkonjunktur hinterliessen ihre Spuren auch im schweizerischen Aussenhandel. Zwar nahmen die Exporte im Jahr 2011 insgesamt um 2 % zu (Vorjahr: + 7 %), die Branchenmehrheit musste aber rückläufige Ausfuhren hinnehmen. Zugleich waren spürbare Preiskonzessionen erforderlich. Während die Nachfrage aus Asien florierte, stagnierte jene aus Europa. Die Importe verharrten auf dem Vorjahresstand. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen den Aus- und den Einfuhren liess den Überschuss in der Handelsbilanz auf einen neuen Rekordwert steigen.
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Zaghafte Erholung der Thurgauer Wirtschaft

Die Trendwende in der Thurgauer Industrie scheint geschafft zu sein. Die Erholung verläuft jedoch zögerlich.

Gemäss der soeben erschienenen Ausgabe des „Thurgauer Wirtschaftsbarometers“, das vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank und der Industrie- und Handelskammer Thurgau gemeinsam getragen wird, hat der Geschäftsgang in der Thurgauer Industrie in den letzten Monaten Boden gefunden. Er bewegt sich jedoch nach wie vor deutlich im negativen Bereich.

Leicht positivere Geschäftslagebeurteilungen
Anfang Oktober 2009 fielen die Geschäftslagebeurteilungen der durch die KOF ETH befragten Thurgauer Industriebetriebe noch immer schwarz aus: 43 % der Betriebe stuften ihre Geschäftslage als schlecht, nur 12 % hingegen als gut ein. Seit dem Sommer 2009 hat sich die Stimmung in der Thurgauer Industrie damit jedoch trotzdem etwas aufgehellt.

Erstmals wieder mehr produziert
Im September 2009 wurde in der Thurgauer Industrie erstmals seit Herbst 2008 wieder mehr produziert als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr bewegt sich die Industrieproduktion aber nach wie vor auf deutlich tieferem Niveau. Zwischen Juli und September wurden die Produktionskapazitäten in der Thurgauer Industrie nochmals leicht zurückgefahren. Noch immer stufen jedoch ein Drittel der Betriebe ihre technischen Produktionskapazitäten als zu hoch ein. Dank der Trendwende bei der Produktion und der niedrigeren Kapazitäten hat sich die Kapazitätsauslastung zwischen Juli und Oktober 2009 erstmals wieder leicht erhöht (von 74 % auf 76 %).

Zögerliche Erholung der Bestellungseingänge
Ein Lichtblick sind die Bestellungseingänge, die im August und September wieder etwas reichlicher flossen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Bestellungsvolumen allerdings noch immer spärlich. Seit dem Frühsommer 2009 hat sich die Beurteilung der Auftragsbestände kontinuierlich verbessert. Noch immer stufen aber 60 % der Betriebe ihren Auftragsbestand als zu niedrig ein, nur 8 % dagegen als hoch.

Drastischer Exporteinbruch
Bei den Exporten waren im dritten Quartal 2009 noch keine Erholungszeichen zu erkennen. Zwischen Januar und September 2009 setzte die Thurgauer Exportindustrie gut 14 % weniger ab als im Vorjahr. Damit kam die Thurgauer Exportwirtschaft etwas glimpflicher davon als die gesamtschweizerische, die einen Rückgang um 16 % verkraften musste. Mit Ausnahme der amerikanischen Schwellenländer und der OPEC-Staaten wurde in allen Wirtschaftsräumen weniger verkauft. Die Exporte in den EU-Raum brachen im ersten Dreivierteljahr 2009 um 16 % ein, jene nach Deutschland um über 20 %. Die Importe in den Thurgau lagen zwischen Januar und September 2009 ebenfalls markant unter ihrem Vorjahresniveau (-17 %). Ausschlaggebend war der Rückgang bei der Einfuhr von Investitionsgütern, während beim Import von Konsumgütern sogar ein leichtes Plus verzeichnet wurde.


Vorsichtige Zukunftserwartungen
Für das vierte Quartal 2009 gehen die Thurgauer Industriebetriebe von einer zögerlichen Aufwärtsbewegung aus. Rund 70 % der Betriebe rechnen mit einer gleichbleibenden Produktion, knapp 20 % mit einer Belebung und gut 10 % mit einer weiteren Abkühlung. Ungefähr das gleiche zaghaft optimistische Bild zeigt sich beim erwarteten Bestellungseingang. Wenig Optimismus ist in der Beurteilung der Exporte zu spüren, wo lediglich eine Stabilisierung erwartet wird. Der Vorprodukteeinkauf soll ausgedehnt, der Personalbestand hingegen weiter reduziert werden. Für den weiteren Zeithorizont bis zum Frühling 2010 wird tendenziell mit einer schwierigeren Geschäftslage gerechnet. Jeder vierte Betrieb befürchtet eine weitere Eintrübung. Rund 60 % der Industrieunternehmen erwarten bis zum Frühling keine Änderung der Geschäftslage, und nur gerade 15 % halten eine Aufhellung für wahrscheinlich.

Trübere Aussichten im Bau
Im dritten Quartal 2009 hat sich gemäss den von der KOF ETH befragten Baubetrieben die Bautätigkeit im Thurgau spürbar zurückgebildet. Die Auftragsbestände werden deutlich negativer beurteilt als drei Monate zuvor. Nur noch 15 % der Betriebe bezeichnen diese als gross. Trotzdem wird die Geschäftslage von der Mehrheit der Unternehmen noch als befriedigend eingestuft. Dabei schneidet das Ausbaugewerbe klar besser ab als das Bauhauptgewerbe. Die Erwartungen bis zum Jahresende sind gedrückt. Jeder zweite Baubetrieb rechnet mit rückläufigen Auftragseingängen, nur jeder zehnte hingegen mit Auftragssteigerungen. Entsprechend soll der Personalbestand auf breiter Front zurückgefahren werden.

Anhaltend schwierige Lage im Detailhandel
Die Lage im Thurgauer Detailhandel blieb auch im dritten Quartal 2009 angespannt. Gut 70 % der Thurgauer Detailhändler beurteilten ihre Geschäftslage als befriedigend, jeder fünfte als schlecht und nur jeder zehnte als gut. Für das vierte Quartal 2009 gehen die Detailhändler von einer rückläufigen Umsatzentwicklung aus, für einen weiteren Zeithorizont bis zum Frühling 2010 sind sie allerdings leicht zuversichtlicher und erwarten immerhin eine Stabilisierung der Geschäftslage.

Das Internet – ein effizientes Werkzeug für KMU
Im weiteren stellt die November-Ausgabe des „Thurgauer Wirtschaftsbarometers“ eine Reihe von Internetangeboten vor, wo insbesondere KMU nützliche Informationen und Hilfsmittel finden.


 



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