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Zukunftsagenda

Mit der Zukunftsagenda geben die IHK Thurgau und die IHK St.Gallen-Appenzell einen Ziel- und Orientierungsrahmen für die Entwicklung der Kernregion Ostschweiz vor.

Seit 2018 verfolgen die beiden Ostschweizer Handelskammern die Entwicklungen der Schlüsselprojekte. Zahlreiche Schlüsselprojekte haben sich seit der Einführung positiv entwickelt, bei anderen besteht grosses Potenzial, neue sind hinzugekommen. Im Dialog mit den regionalen Arbeitgeberverbänden und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern wird die Aktualität überprüft und periodisch angepasst. Mit der Zukunftsagenda der 3.Generation tragen wir den neusten Entwicklungen Rechnung. Die Kernregion Ostschweiz mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Thurgau und St.Gallen hat viel zu bieten. Sie zeichnet sich durch einen vielfältigen Lebensraum und eine starke industrielle Basis aus.

Softurbane Ostschweiz

Die Kernregion Ostschweiz mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Thurgau und St.Gallen hat viel zu bieten. Sie zeichnet sich durch einen vielfältigen Lebensraum und eine starke industrielle Basis aus. Zu den Vorzügen gehören gute Verkehrsanbindungen, ausgezeichnete Schulen mit den entsprechenden Weiterbildungsmöglichkeiten, intakte Naherholungsgebiete und ein bezahlbares Wohnangebot. Als softurbaner Raum verbindet die Region eine durch Weltoffenheit, Zukunftsglauben und Veränderungsbereitschaft charakterisierte urbane Haltung mit einem Lebensraum, der eine grössere Vielfalt zulässt als die Dichte städtischer Zentren.

Megatrends

Die besonderen Qualitäten der Kernregion Ostschweiz werden durch die Megatrends Digitalisierung, Glokalisierung, Urbanisierung und gesellschaftlicher Wandel herausgefordert. Unsere Aufgabe ist es, diese Megatrends als Chance für unseren vielfältigen Lebensraum und unsere industrielle Basis zu nutzen. Die Kernregion Ostschweiz braucht eine positive Story. Unsere Region hat Zukunft. Sofern wir es wollen.

Zielkorridore

Stärkung des Bildungsraum Ostschweiz

Stellenwert der Berufslehre in der Gesellschaft stärken. Das Angebot in der dualen Berufsbildung ausweiten. Vorteile der Berufsmatura sichtbar machen. Zusammenspiel von Unternehmen und Fachhochschule stärken.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schulen optimieren. Branchenspezifische Ausrichtung. Neuorganisation nach fachlichen, unternehmensnahen statt regionalen Kriterien.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Umsetzung von Teilprojekten. Sichtbarmachen des Digital Talents Program. Erprobung zukunftsorientierter Unterrichtsmodelle. Monitoring der Umsetzung von Unterricht 4.0 (Berufsbildung) und der Markterweiterung des Informatikangebots (OST – Ostschweizer Fachhochschule und Universität St.Gallen). Informatikausbildung in Berufsfachschulen. Mit Veranstaltungen wie der Berufsbildungs-Olympiade visionäre Konzepte verfolgen. Langfristige finanzielle Selbsttragbarkeit sicherstellen.

Status: in Umsetzung / fortlaufende Anpassung

Nutzung der Chancen von Innovation und Transformation

Zentrum für Förderung von Innovation sowie digitaler Kompetenzen in der Region. Kollaboration mit Konstanzer Hochschulen und weiteren zugunsten von bestehenden Unternehmen, Start-ups und Bildungsinstitutionen.

Status: in Umsetzung / fortlaufende Anpassung

Entwicklung der acht von der Standortförderung definierten Arealentwicklungsprojekte im Kanton St.Gallen. Attraktivität der Kernregion Ostschweiz steigern und gute Rahmenbedingungen für den Verbleib und die Expansion von ansässigen Betrieben gewährleisten.

Status: dringender Handlungsbedarf

Innovationsökosystem für KMU und Start-ups. Inkubator für innovative Start-ups in den Bereichen Gesund- heit und Leistungsfähigkeit, Sensorik sowie Digitalisierung. Wissenstransfer zwischen Wirtschaft, Empa, Kantonsspital St.Gallen, Universität St.Gallen, OST – Ostschweizer Fachhochschule und RhySearch.

Status: in Umsetzung / fortlaufende Anpassung

Synergien des Hightech-Clusters im Rheintal nutzen. Bildung, Forschung und Unternehmen vernetzen. OST-Campus Buchs stärken. Attraktive Begegnungszone für den Austausch etablieren.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Neugestaltung von Arbeitsformen

Besseres Verständnis für moderne Familienformen in der Bevölkerung und in Unternehmen. Ausbau eines qualitativ hochwertigen Angebots durch Steigerung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses, Liberalisierung und Deregulierung. Bestehende Fördermodelle zielgerichtet und effizient gestalten. Fehlanreize abbauen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Taktstundenplan: Blockzeiten stufen-, schulgemeinden- und kantonsübergreifend abstimmen. Planungssicherheit schaffen und Koordinationsaufwand reduzieren.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Dialog und individuelle Lösungen ermöglichen. Freiraum für Unternehmen und Arbeitnehmende durch Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes. Individualbesteuerung einführen: Keine Lebensentwürfe benachteiligen und Fehlanreize verhindern. Erwerbsbeteiligung steigern.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Anreize für Arbeit über das Rentenalter hinaus. Teilnahme am Arbeitsmarkt stärker auf wirtschaftliche Anreize ausrichten, mit privatwirtschaftlich organisierten und finanzierten Weiterbildungsmodellen. Fokus auf digitale Kompetenzen. Lebenslanges Lernen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Verbesserung der staatlichen Effektivität und Effizienz

Weitere überkantonale Konzentration der Leistungsangebote im Gesundheitsbereich. Qualitativ gute medizinische Versorgung zu vertretbaren Kosten. Denken in funktionalen Räumen und interkantonale Zusammenarbeit in der Leistungserbringung.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Steuerlich attraktiver Standort für Unternehmen, auch nach der Einführung des OECD-Mindeststeuersatzes. Wettbewerbsfähige steuerliche Belastung für natürliche Personen. Wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit der Ostschweiz stärken.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Tiefere Kosten und höhere Effizienz durch die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Einführung des elektronischen Patientendossiers.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Kundenorientierung der Verwaltung. Abläufe vereinfachen. Vorschriften und Gesetze abbauen. Rasche Einführung von digitalen Dienstleistungen wie E-Government und rasche elektronische Bewilligungen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Weiterentwicklung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit

Bilateralen Weg weiterverfolgen. Bestehende Binnenmarktabkommen erhalten und neue aushandeln. Gerichtliche Streitbeilegung sicherstellen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Hürden im Handel mit Schweizer Gütern und Dienstleistungen im Import und Export senken. Grössere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen mit tieferen Preisen für Konsumenten und Unternehmen. Einsatz für weitere Freihandelsabkommen.

Status: dringender Handlungsbedarf

Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Lebensraums rund um den Bodensee fördern. Mit vereinten Kräften die Position des Metropolitanraums Bodensee grenzüberschreitend im nationalen und internationalen Standortwettbewerb stärken.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Hochwasserschutz im Rheintal. Ausbau der Abflusskapazität unter gleichzeitiger Nutzung des ökologischen Verbesserungspotenzials.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Sicherstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur

Etablierung einer gemeinsamen und gesamtheitlichen «Mobilitätsstrategie Ost» mit einer kantons- und verkehrsträgerübergreifenden Perspektive. Alle Verkehrsträger werden adäquat berücksichtigt.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Fahrzeitreduktion der Bahn auf drei Ostschweizer Hauptkorridoren um bis zu 8 Minuten und kürzere Wartezeiten. Güterverkehr im Halbstundentakt. Verbesserung der Anbindung an den Wirtschaftsraum und Flughafen Zürich.

Status: dringender Handlungsbedarf

Kapazitätssteigerung für die Bahn. Verbesserung Anschlusssituation. Erhöhung Fahrplanstabilität.

Status: in Umsetzung / fortlaufende Anpassung

Bessere, verträglichere regionale Anbindung beider Appenzell. Entlastung und Entwicklung der Siedlungsgebiete. Gesteigerte Erreichbarkeit der Zentren Appenzell, Herisau sowie des Areals St.Gallen West – Gossau Ost.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

3. Röhre Rosenbergtunnel zur Sanierung der beiden bestehenden Tunnelröhren Rosenberg. Zubringer Güterbahnhof und Tunnel Liebegg. Entlastung Siedlungsgebiete durch unterirdische Verkehrsführung.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Verbindung der parallel verlaufenden Rheintalautobahnen auf der schweizerischen und der österreichischen Seite zur Reduzierung des Pendler- und Schwerverkehrs in den Dörfern. Bodenseeschnellstrasse S18 und Netzstrategie Raum DHAMK.

Status: dringender Handlungsbedarf

Durchgehende Verbindung des Thurtals bis zum Bodensee. Siedlungsgebiete entlasten. Verkehrsaufkommen kanalisieren: kürzere Reisezeiten und besserer Verkehrsfluss. Überregionale Erreichbarkeit steigern. OLS als Ergänzung zur BTS.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Sichere, unterbruchsfreie Schnellspuren in und um Wirtschaftszentren für Pendlerverkehr. Besondere Berücksichtigung von E-Bikes und Lastenvelos für Individuen und Unternehmen. Sicherstellung von sicheren und beleuchteten Velorouten auch im Winter.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Auf nachhaltige Energieträger im Verkehr umstellen. Ausbau der elektrischen Ladeinfrastruktur und des regionalen Wasserstofftankstellennetzes mit privaten und kantonalen Initiativen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Güterverkehr auf langen Strecken auf die Schiene verlegen, u. a. mit Cargo Sous Terrain. Grenzüberschreitenden Güterverkehr mit der Bahn vereinfachen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Eine zukünftige Energieversorgung muss sich an Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und ökologischer Nachhaltigkeit orientieren. Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe mit Programmen wie SBTi oder Effizienz+ der EnAW steigern. Einsparpotenziale bei Gebäuden und Mobilität nutzen.

Status: dringender Handlungsbedarf

Errichtung von Alpenrhein-Kraftwerken zur Erschliessung des Potenzials, zusammen mit ökologischen Aufwertungsmassnahmen. Prioritär Realisierung von ein bis zwei Kraftwerken, wovon eines im Gebiet Trübbach/Sargans gebaut würde.

Status: dringender Handlungsbedarf

Aufnahme neuer, geeigneter Standorte für Windkraftproduktion in den Richtplan des Kantons St.Gallen. Bewilligungsverfahren vereinfachen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

Bewilligungspraxis, die mit technologischen Entwicklungen Schritt hält. Vereinfachte Verfahren für Ausbau der Netze unter Wahrung der Grenzwerte in der Kernregion Ostschweiz ermöglichen.

Status: dringender Handlungsbedarf

Ausbau eines zukunftsfähigen Kommunikationsnetzes in der Ostschweiz. Zweckmässige Erschliessung mit Glasfaserleitungen zur Bewältigung der steigenden Datenvolumen.

Status: Handlungsbedarf / entscheidungsreif

«Die IHKs setzen sich gemeinsam für eine starke Ostschweiz ein. Stark ist die Ostschweiz dann, wenn sie sowohl als Wirtschaftsstandort für Unternehmen wie auch als Lebens- und Arbeitsraum für Menschen attraktiv ist.»

Jérôme Müggler
Direktor IHK Thurgau

Markus Bänziger
Direktor IHK St.Gallen-Appenzell

IHK-Zukunftsagenda

Softurbane Ostschweiz - der Clip